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Luftdichtheitssysteme

Blower-Door-Luftdichtheitsprüfung

Eine Blower-Door-Messung sollte bei allen Gebäuden durchgeführt werden, da sie wichtige Aufschlüsse über die Bauqualität gibt. Bei gut gedämmten Häusern geht bis zu 60% der Energie durch Fugen und Ritzen in der Gebäudehülle verloren. Neben Kälte und Hitze dringt auch Lärm durch diese sogenannten Leckagen. Zudem wird Zugluft als sehr unangenehm empfunden. Sehr oft führen diese unfreiwilligen Löcher in der Außenhaut auch zu Schimmelbildung und Bauschäden. Einige Wohnbauförderstellen schreiben diese Messung sogar vor.

Laut ISO EN 9972 wird hier zwischen zwei Messzeitpunkten unterschieden:

  • Verfahren A: Abschlussmessung (Nutzungszustand)
  • Verfahren B: Bauphasenmessung

Die Überprüfung der Gebäudedichtheit wird mit dem sogenannten „Blower-Door-Messverfahren“ durchgeführt. Wird diese Messung im Bauablauf rechtzeitig durchgeführt, können dadurch eventuelle Undichtheiten festgestellt und noch ohne großen Aufwand behoben werden.Nach Behebung allfälliger Mängel und Fertigstellung des Gebäudes erfolgt die Abschlussmessung im Nutzungszustand. Für die Vorlage bei Förderstellen oder Behörden wird meist die Abschlussmessung gefordert.

So funktioniert’s:

Bei der Blower-Door-Messung wird ermittelt, wie oft das Luftvolumen des Gebäudes bei einer bestimmten Druckdifferenz zur Außenluft pro Stunde ausgetauscht wird.

Um diesen Differenzdruck aufzubauen, wird in ein offenes Fenster oder eine Außentür ein Teleskoprahmen eingesetzt, der mit einer Folie bespannt ist.

In einer Öffnung der Folie befindet sich ein Ventilator. Die Drehzahl des Ventilators wird so geregelt, dass sich ein definierter Druck zwischen Außen- und Innenraum einstellt. Um diesen Druck aufrecht zu halten, muss der Ventilator einen so hohen Luftvolumenstrom fördern, wie durch Leckagen des Gebäudes entweicht.

Während diese Druckdifferenz aufgebaut ist (Unterdruck im Haus) können Leckstellen in der Gebäudehülle leicht gefunden werden. Schon mit bloßer Hand lassen sich die Undichtheiten ertasten. Es zieht sozusagen aus allen Ritzen. Weitere Hilfsmittel zum Orten der Leckstellen sind Rauchspender (im Überdruck), Luftgeschwindigkeitsmesser und die Thermografie.

Für den Grad der Luftdichtheit, den n50-Wert, gelten vorgegebene verbindliche Grenzwerte die eingehalten werden müssen. Als Messwert im Protokoll wird der Mittelwert angegeben.

FAKTEN & WERTE

Das Blower-Door-Messverfahren ist ein genormtes Verfahren zur Überprüfung der Luftdichtheit der Gebäudehülle. Der n50-Wert (Luftwechselrate) gibt an, wie oft die Luft im gemessenen Gebäude pro Stunde ausgetauscht wird. Die Grenzwerte sind in nationalen Normen oder in Anforderungen für die Wohnbauförderung geregelt, können aber auch vom Planer vorgeschrieben werden. Es werden sowohl Wohnungen als auch ganze Gebäude gemessen.

Für Gebäude ohne mechanische Lüftung (mit Fensterlüftung) ist in der Regel ein n50-Wert unter 3,0 1/h, bei Wohnraumlüftung unter 1,5 1/h festgelegt. Für Passivhäuser wird die Luftwechselrate unter 0,6 1/h gefordert. Diese Werte sind der OIB RL6 bzw. der DIN 4108-7 entnommen. Bitte informieren Sie sich unbedingt über die Grenzwerte, die Ihre Wohnbauförderung vorschreibt.
Ansprechpartner
Petra Buklin Petra Buklin Blowerdoor, Thermographie +43 6216 4108 - 604
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