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Die Allgemeinmedizin der Baubranche

Die Allgemeinmedizin der Baubranche

Wolfgang Hubner ist Geschäftsführer des Instituts für Flachdachbau und Bauwerksabdichtung. Im Interview mit dem ISOCELLER spricht er über Monitoring als großes Zukunftsthema der Baubranche.

Herr Hubner, Sie sind seit 2005 Geschäftsführer des Instituts für Flachdachbau und Bauwerksabdichtung. Wie kam es zur Gründung des Netzwerks?

Es gab bis zu diesem Zeitpunkt auf technischer Basis kein Netzwerk, das sich gezielt mit dem Abdichten von Dächern oder Bauwerken auseinandersetzte. Aufgrund der doch erheblichen Schäden, die in diesen Bereichen immer wieder auftreten, haben wir ein Potential erkannt und eine Organisation gegründet, wo viele Träger wie Bauverbände in der Wirtschaftskammer, die Architekten­ und Ingenieurkammer, Bauakademien, Fachhochschulen oder technische Universitäten zusammenarbeiten. Wir versuchen in erster Linie, mit Schulungen und Ausbildung Dynamik in
die technische Entwicklung des Flachdachbaus und der Bauwerksabdichtung zu bringen.

Sie sind nicht nur Leiter des Instituts und Sachverständiger, sondern gelten als Experte für ein relativ neues Feld – das Monitoring. Warum beschäftigen Sie sich so gerne mit dieser Innovation?

Wie bei allen Dingen bedurfte auch diese Beschäftigung einer gewissen Entwicklungsphase. Wir sind vor drei Jahren zur Ansicht gekommen, dass wir hinsichtlich Ausbildung viel anbieten. Auch ist es so, dass Architekten heute besonders präzise bauphysikalische Berechnungsmethoden zur Verfügung stehen. Wir haben dennoch gesehen, dass sich aller Weiterbildung und allen Planungstools zum Trotz die Schäden verlagern. Es sind nicht mehr schwerpunktmäßig Ausführungsschäden, die auftreten, sondern es kommt vermehrt zu Problemen bauphysikalischer Natur. Bis vor drei Jahren hatten wir einen Status quo, in dem uns ein Bauwerk in situ keine Rückmeldung gegeben hat. Wir können zwar alles möglichst
gut vorbereiten und bauen, aber wenn wir im Laufe der Nutzungsdauer eines Objekts keine Rückmeldung erhalten, ist ein entscheidendes Glied in der potentiellen Schadenskette offen. Das Monitoring soll dieses fehlende Glied schließen. Ich würde Monitoring mit der Arbeit eines Allgemeinmediziners vergleichen. Wir wollen grundlegend untersuchen. Danach kommen die Spezialisten wie etwa ein Dachdecker zum Einsatz.

Wie kann man sich die Technik dahinter vorstellen?

Wir haben verschiedene Ansatzbereiche. Isocell hat etwa ein Produkt im Programm, das über Kontaktleitungen, die im Dachaufbau eingelegt werden, Feuchtzustände im Dachaufbau misst. Aber es gibt von anderen Herstellern etwa auch klassische Sensoren, die elektronische Bauteile darstellen und relative Luftfeuchtigkeit und Temperatur messen. Ziel sämtlicher Messungen muss sein, dass mit definierten Grenzwerten eine Beurteilung und Aussage über den Feuchtigkeitsgehalt im Dachaufbau möglich ist. Das Endergebnis sollte idealerweise von allen Herstellern in Sachen Zahlenmaterial dasselbe sein. Die Daten müssen vergleichbar sein, weil die Wissenschaft sonst nicht weiß, wie sie mit diesen Daten umgehen soll.

Das ganze Interview lesen Sie im ISOCELLER 02/17.


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