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Webinar-Nachlese: Die neue Unterdach-ÖNORM B 4119 – Das ändert sich für Profis

3 Minuten Lesezeit
Josef Putzhammer

Josef Putzhammer , Dipl.-Ing. (FH)

josef.putzhammer@isocell.at

Sie haben unser Webinar am 16. April verpasst? Kein Problem! Hier finden Sie die 30-minütige Aufzeichnung sowie die wichtigsten Experten-Insights von Josef Putzhammer zur neuen Normungssituation bei Unterdächern.

Sechs Takeaways der neuen ÖNORM B 4119 - Änderungen und Neuheiten 2026

Die Anforderungen an Unterdächer und Unterspannungen ändern sich grundlegend. Seit der Zurückziehung der Produktnorm ÖNORM B 3661 herrschte Unsicherheit – mit der am 15. Mai 2026 veröffentlichten ÖNORM B 4119 gibt es nun wieder klare Regeln für Planung und Ausführung.

In unserem kompakten Webinar bringt Sie Josef Putzhammer (ISOCELL Bautechnik & Mitglied im Normungsausschuss) auf den neuesten Stand der Technik. Erhalten Sie maximale Sicherheit für die aktuelle Übergangsphase und erfahren Sie, wie Sie Haftungsfallen vermeiden.

 

Hier sind sechs ausgewählte Key Takeaways und technische Neuerungen im Überblick:

1. Verschärfte Anforderungen an die Materialauswahl

Die neue Produktnorm (ÖNORM B 3661) setzt die Hürden für Unterdeckbahnen deutlich höher. Durch verdoppelte Prüfzeiten bei Hitze- und UV-Lagerung werden minderwertige Produkte ausgesiebt. Für Sie bedeutet das: Nur noch geprüfte Premium-Materialien garantieren die rechtliche Absicherung und die erforderliche Dauerhaftigkeit am Bauwerk. 

2. Schutz im Traufenbereich & UV-Belastung

Ein kritischer Punkt ist das Eindringen von Streulicht im Traufenbereich, besonders bei flachen Dachneigungen. Die Norm fordert hier klare Gegenmaßnahmen:

  • Bauliche Unterbindung des Lichteinfalls.
  • Oder: Einsatz von dauerhaft UV-beständigen Materialien (z. B. spezielle UV-stabile Anschlussstreifen).

Experten-Tipp von ISOCELL

„Die neue Norm bringt mehr Klarheit, aber auch höhere Anforderungen an die Produktqualität. Unsere ISOCELL OMEGA-Produkte haben die verschärften Alterungstests bereits erfolgreich bestanden. Gehen Sie bei der Materialwahl keine Kompromisse ein, um die Dauerhaftigkeit Ihrer Gewerke sicherzustellen.“Josef Putzhammer, Bautechnik & Normungsausschuss ISOCELL.

3. Konterlattenhöhe & Belüftung (Kapitel 6.4.1 & 6.4.3)

Die Gliederung wurde optimiert und vereinfacht:

  • Konterlattenhöhe: Die Tabelle wurde von 8 auf 6 Spalten reduziert. Die Mindesthöhen bleiben in der Praxis weitgehend identisch, sind aber nun übersichtlicher geregelt.
  • Zu- und Abluftöffnungen: Die Querschnitte liegen je nach Konstruktion zwischen 100 und 500 cm² pro Laufmeter. Erleichterungen gibt es bei überströmbaren Firsten (-25 %) und sehr flachen Dächern (≤ 7°), bei denen die Abluftöffnung unter bestimmten Bedingungen sogar entfallen kann.

4. Indach-Energiegewinnungsanlagen (PV & Solar)

Photovoltaik-Anlagen, die in die Dachfläche integriert sind, gelten als besondere Beanspruchung. Diese müssen zwingend mit einem erhöht regensicheren Unterdach ausgeführt werden. Dieser Schutzbereich muss die gesamte Anlagenfläche sowie einen Sicherheitsabstand von 1,5 m zu den Seiten und zum First umfassen. 

5. Bitumenunterdach mit Zwischensparrendämmung

Bei diffusionsdichten Aufbauten ist nun ein klar definierter Aufbau vorgeschrieben, um Tauwasserschäden zu vermeiden:  

  • Zwingende Überlüftung der Dämmebene (mind. 3 cm).  
  • Zusätzlicher Schutz der Dämmung durch eine winddichte Ebene (Unterdeckbahn Typ 1 oder 2), die sicher nach außen entwässert.

6. Wegfall der 220 Gramm Regelung

Bisher erlaubte die Norm unter bestimmten Bedingungen erhöht regensichere Unterdächer mit leichten, nur 220 Gramm schweren Bahnen auszuführen. Dieser Satz wurde gestrichen und somit gilt dann: erhöht Regensicher immer mit mindestens 330 Gramm am Quadratmeter.

 

Haben Sie Fragen zur Anwendung der neuen Norm in Ihrem Projekt? Unsere Technik-Experten beraten Sie gerne persönlich.