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Kleine Revolution mit großer Wirkung

Kleine Revolution mit großer Wirkung

Friedrich Egger ist Innungsmeister der Holzbaumeister in Salzburg und hat ein Forschungsprojekt vorangetrieben, das den Holzbau verändern könnte. Ein Gespräch über eine bahnbrechende Erkenntnis, die erfolgreiche Umsetzung im Land Salzburg und die Hürden der Verbreitung in anderen Bundesländern.

Herr Egger, Sie haben ein viel beachtetes Projekt mit dem Titel „Holzauf 2020+ initiiert. Was steckt dahinter?

Die Grundlage ist, dass wir wissen, dass Holzhäuser in der Praxis einen wesentlich besseren Dämmwert haben, als es die Berechnungen der Energieausweise sagen. Das wissen wir einerseits aus Erfahrung und andererseits deshalb, weil wir bei Feldversuchen und bei Gebäuden, die in Holz gebaut werden, den Energieverbrauch aufgrund von Fernwärmeanschlüssen kontrollieren können. Und zwar sehr exakt. Wir wissen, dass wir durchwegs um 35 Prozent unter dem Wert des Energieausweises liegen. Diesen Fakten wollten wir auf den Grund gehen.

Was sind die Gründe für den schlechten Wert?

Einer der Gründe ist, dass der genormte Wert für Holz einen zu schlechten Ansatz hat. Der Wert wurde vor 40 Jahren zwar auch einmal untersucht und daraufhin festgelegt, aber die technische Dokumentation war auf einem ganz anderen Stand und man ist von einem anderen Holzfeuchtegrad ausgegangen. Dies sind die bekannten 0,13 bis 0,14 Watt pro Quadratmeter. Holz hat im verbauten Zustand in der Heizperiode aber einen wesentlich geringeren Feuchtigkeitsanteil. Also haben wir einen Feldversuch mit dem Titel „Holzauf 2020+“gestartet.

Wie lief dieser ab?

Es war ein Feldversuch mit 15 Gebäuden. Aufgeteilt auf alle Bezirke in Salzburg, Holzriegel wie Holzmassiv. Die Holzfeuchtigkeit wurde mittels Sonden im Kern gemessen – auf verschiedenen Ebenen und in allen Himmelsrichtungen über zwei Heizperioden. Das Ergebnis war, dass Holz im verbauten Zustand in der Heizperiode einen Durchschnittswert von 7,5 Prozent aufweist. Nachdem wir das herausgefunden haben, haben wir auf der Universität für Bodenkultur in Wien Laboruntersuchungen gemacht.

Das gesamte Interview lesen Sie im ISOCELLER 01/2018


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